Netzwerk Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover - Foren

Verkehr/ÖPNV

Das Forum Verkehr/ÖPNV knüpft an die geleisteten Arbeiten im Rahmen des Arbeitskreises Verkehr des Städtenetzes EXPO-Region an, in der in Zusammenarbeit des Städtenetzes mit den Landkreisen u.a. eine Studie zur Verkehrsentwicklung sowie ein Logistik-Standort-Check für die „Städtenetz-Expo-Region“ erstellt wurden. Vor diesem Hintergrund sollen im Rahmen des Forums Verkehr/ÖPNV Kapazitäten und Planungen im Bereich des Güterverkehrs auf der Schiene im Erweiterten Wirtschaftsraum im Focus stehen.

Den Schwerpunkt der Kooperationsarbeiten im Netzwerk bildet das Projekt Erweiterung des GVH-Tarifes. Zielsetzung ist es, das bestehende GVH-Tarifsystem - das im Wesentlichen das Gebiet der Region Hannover umfasst - sowie den erfolgreichen GVH-Regionaltarif für die Landkreise des sogenannten 2. Rings weiter auszubauen und schrittweise zu einem gemeinsamen Tarifverbund im EWH weiter zu entwickeln.

Das Projekt soll den vielfältigen räumlichen und strukturellen Verflechtungen und den damit verbundenen Mobilitätsbedürfnissen der Bevölkerung im Erweiterten Wirtschaftsraum Hannover Rechnung tragen. Ein attraktiver ÖPNV-Anschluss ist von zunehmender Bedeutung für die Wahl eines Raumes als Wohn-, Arbeits- und Freizeitstandort. Nicht zuletzt kann ein verbessertes und kostengünstiges ÖPNV-Angebot einen Beitrag zu der verkehrs- und umweltpolitischen Zielsetzung leisten, den Kfz-bezogenen Individualverkehr zu reduzieren.

Zur Erhöhung der Verkehrs- und Umwelt- sowie Standortqualität soll des Weiteren das Thema Verkehrsmanagement im EWH bearbeitet werden.

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels stellt ein weiteres Hauptthema die Frage der zukünftigen Gestaltung des Öffentlichen Personennahverkehrs im ländlichen Raum dar.


Themenschwerpunkt: Mobilität im ländlichen Raum


Der allgemein Trend der Bevölkerungsabnahme und deutlichen Veränderung der Altersstruktur, die gekennzeichnet ist durch einen Verlust des Anteils von Kindern und Jugendlichen sowie einer erheblichen Zunahme von Senioren, ist im Erweiterten Wirtschaftsraum Hannover in sehr unterschiedlichem Maße ausgeprägt.

Während für die Region Hannover - bei teilräumlichen Unterschieden - mittelfristig von einer stabilen Entwicklung der Einwohnerzahlen insgesamt auszugehen ist und die Verschiebungen im Rahmen der „Alterspyramide“ vergleichsweise moderat ausfallen *, ist der sogenannte 2. Ring in deutlich stärkerem Umfang vom demographischen Wandel betroffen. Das stellt die Öffentliche Hand u. a. bei der Frage der Auslastung bzw. Sicherung von Infrastrukturen vor der Herausforderung, neue Gestaltungsmöglichkeiten im Bereich der Daseinsvorsorge zu entwickeln.

Im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) stellen die veränderten demographischen Rahmenbedingungen vor allem die Landkreise als Träger des ÖPNV vor die Aufgabe, neue Mobilitätskonzepte zu erstellen. Denn: Im ländlichen Raum wird der ÖPNV aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte in einer Größenordnung von 80 bis 90 % von der Schülerbeförderung getragen und an dessen Bedürfnissen ausgerichtet. Der sich vielerorts abzeichnende deutliche Schülerrückgang bei einer gleichzeitigen erheblichen Steigerung der Seniorenzahlen, insbesondere auch der hochbetagten Bevölkerungsanteile ohne PKW-Verfügbarkeit, erfordert eine Neuorganisation des ÖPNV in der Fläche. Dabei wird bedarfsorientierten Angeboten, wie zum Beispiel: Anruf-Sammel-Taxen(AST), Anrufbussen oder Bürgerbussen als Ergänzung zum Linienbusverkehr – auch vor dem Hintergrund der Wirtschaftlichkeit – eine zunehmende Bedeutung zukommen. Des Weiteren sollen in diesem Zusammenhang Möglichkeiten der Verknüpfung des ÖPNV- Angebotes mit Elektro-Mobilitätssystemen betrachtet werden.

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* Bevölkerungsprognose 2012 bis 2020/2025 für die Region Hannover, die Landeshauptstadt und die Städte und Gemeinden des Umlands. Schriften zur Stadtentwicklung der Landeshauptstadt Hannover, Heft 112. Hannover 2012

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