Netzwerk Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover - Projekte

Perspektiven der Nahversorgung

Die Sicherung der Nahversorgung stellt bereits in vielen Städten und Gemeinden des Erweiterten Wirtschaftsraumes infolge der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung und des Strukturwandels im Handel eine schwierige Aufgabe dar.Vor allem kleinere Stadt- und Ortsteile sowie Dörfer haben mit einer Abnahme des Nahversorgungsangebotes zu kämpfen. Zunehmender Wettbewerbsdruck, Filialisierung und Flächenwachstum führen zu einer Konzentration auf wenige Standorte und damit zu einem Rückzug aus der Fläche. Weitere Einrichtungen wie Gaststätten, Geldinstitute und Postfilialen geben Standorte auf. Die Abwanderung wichtiger Frequenzbringer wie Discounter und Verbrauchermärkte aus den Versorgungskernen führt somit zu einem Funktionsverlust der Kernbereiche. Die Ortsmitte verliert ihre Bedeutung als Kristallisationspunkt des wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sozialen Lebens.

Der Verlust wohnortnaher Versorgung geht zulasten der Wohn- und Lebensqualität und stellt vor allem mobilitätseingeschränkte Personen vor Herausforderungen. Auch im medizinischen Bereich sind insbesondere im ländlichen Raum Versorgungsengpässe zu erwarten. In den nächsten Jahren ist hier aufgrund des hohen Durchschnittsalters der niedergelassenen Ärzte und ungeklärter Nachfolge mit mangelnder medizinischer Versorgung zu rechnen. Die zu erwartende ansteigende Nachfrage infolge der zunehmenden Alterung der Bevölkerung wird die medizinische Versorgungssituation zunehmend verschärfen.

Chancen der Kooperation und Konzentration
 

Im Rahmen des Konsensprojekts „Großflächiger Einzelhandel“ wurden alle Einzelhandelsbetriebe in der erweiterten Wirtschaftsregion Hannover erhoben. Dabei fiel auf, dass zwar die Gesamtverkaufsfläche wuchs, aber gleichzeitig
in mehreren kleineren Ortsteilen die letzten Einzelhandelseinrichtungen geschlossen wurden. In der Studie zum „Demografischen Wandel im Erweiterten Wirtschaftsraum“ befasste sich das Forum für Stadt- und Regionalplanung mit den Auswirkungen des demografischen Wandels auf die räumliche Entwicklung und die Daseinsvorsorge
(Gesundheits- und Bildungsinfrastruktur, Einzelhandel etc.). Der Fokus dieses Projektes lag auf der gesamtgemeindlichen Ebene, so dass die Situation in einzelnen Ortsteilen nur ansatzweise behandelt wurde.

Die Bearbeitung dieser und weiterer Projekte sowie die Erfahrungen der Planungspraxis zeigten, dass Ortsteile, die über eine gewisse Ausstattung an Einrichtungen für die Nahversorgung verfügen, aber in der Regel selbst nicht Hauptort und Grundzentrum der jeweiligen Einheits- oder Samtgemeinde sind, eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für die Nahversorgung der örtlichen Bevölkerung haben, dass aber in vielen Fällen die Nahversorgung in diesen Ortsteilen akut gefährdet erscheint.

Das Forum Stadt- und Regionalplanung legte 2012 einen Praxisbericht vor, der auf der Basis der genannten Analysen, Prognosen und Bestandsaufnahmen der Infrastruktur ausgewählter Gemeinden unter Einbindung von örtlichen Vertretern des Einzelhandels und sonstiger Dienstleister Perspektiven, Handlungsfelder und Maßnahmen für eine zukunftsfähige Nahversorgung aufzeigt. Ergänzt wird der Bericht um gelungene Beispiele andererorts.


Perspektiven der Nahversorgung - Berichte zum Erweiterten Wirtschaftsraum Hannover - Heft Nr. 1 (1,1 MB)

Perspektiven der Nahversorgung im EWH